FRÜHZEITIGE BEHANDLUNG VON KINDERN.

MUNDWERK Die Kieferorthopäden ist spezialisiert auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen.

Zähne lassen sich bis ins hohe Alter bewegen –
Kieferknochen jedoch nur in frühen Wachstumsjahren. Deshalb sollten sich Kinder

am besten im Alter von sieben bis acht Jahren, spätestens mit zehn bis elf zu einer Überprüfung vorstellen.

DER RICHTIGE ZEITPUNKT FÜR EINE BEHANDLUNG

Viele Eltern sind gerade, was die Zahnstellung ihrer Kinder angeht, sehr daran interessiert, den richtigen Zeitpunkt für den Beginn einer kieferorthopädischen Behandlung nicht zu verpassen. Eine feste Regel gibt es nicht, denn so wie jedes Kind anders aussieht, so sind es auch Zahn- und Kieferstellung. Um wirklich sicher sein zu können, wird ein Beratungstermin beim Fachzahnarzt für Kieferorthopädie empfohlen. Der Kieferorthopäde ist Spezialist und kennt sich mit den Problemen aus, die schief stehende Zähne und ein falscher Biss für ein Kind bedeuten.

 

Kleinkinder sollten nach Möglichkeit, sofern nicht bereits vorher durch den Kinderarzt oder Zahnarzt eine deutliche Stellungsabweichung der Zähne festgestellt wurde, das erste Mal spätestens zur Zeit des Schneidezahnwechsels beim Kieferorthopäden vorgestellt werden. Wenn also der erste bleibende Zahn durchbricht, ist „Kieferorthopädenzeit“.

In dieser ersten Phase des Zahnwechsels, das ist bei vielen Kindern mit 5–6 Jahren der Fall, kann der Kieferorthopäde feststellen, ob Zahn- und Kieferfehlstellungen beispielsweise zu Wachstumsbehinderungen führen. Dann erhalten Kinder in dieser Altersstufe im Rahmen einer sogenannten Frühbehandlung bereits eine Zahnspange. Betroffen sind etwa nur 3–5% der Kleinkinder, die in der Regel mit sehr einfachen herausnehmbaren oder auch festsitzenden Apparaturen behandelt werden. Die Zahnspangen werden von Kleinkindern gut angenommen und sind häufig nur nachts und wenige Stunden am Tag zu tragen. Frühbehandlungen dauern etwa ein bis anderthalb Jahre und werden von den Krankenkassen und Krankenversicherungen nahezu immer bezahlt.

EIN BERATUNGSTERMIN SORGT FÜR KLARHEIT

Kinder und Jugendliche stellen zahlenmäßig die größte Behandlungsgruppe dar, da sie in ihrer Hauptwachstumsphase besonders erfolgreich behandelt werden können. Sie sind dann etwa 9–10 Jahre alt und der Zahnwechsel geht nun weiter. Zahn- und Kieferfehlstellungen treten in diesem Alter am häufigsten auf und haben sich noch nicht gefestigt.

 

In der zweiten Phase des Zahnwechsels ist es deshalb besonders wichtig, dass Kinder und Jugendliche vom Kieferorthopäden angeschaut werden. Zahnärzte vermögen mitunter auch einen Rat zu geben, sind aber in Bezug auf die Kieferorthopädie nicht weitergebildet. Der Fachzahnarzt für Kieferorthopädie hat nach dem Studium der Zahnmedizin extra eine Weiterbildungszeit von vier Jahren durchlaufen und sich mit seiner Fachrichtung sehr genau auseinander gesetzt.

Der Kieferorthopäde schaut sich beim Beratungstermin die Zähne, deren Stellung, den Ober- und den Unterkiefer sowie die Bisslage (das Zusammenspiel beider Kiefer) an. Danach entscheidet er, ob eine kieferorthopädische Behandlung erforderlich ist. Dann wird in Ruhe besprochen, was zu tun ist. Welche Art von Zahnspange benötigt wird, wie lange die Behandlung andauert und was bestimmte Leistungen kosten. In der Regel werden dann diagnostische Unterlagen erstellt, damit ganz genau geprüft werden kann, welche Behandlung für ein Kind die richtige ist.

 

Später stellt der Fachzahnarzt für Kieferorthopädie einen Behandlungsplan auf, den er zur Genehmigung an die Krankenkasse schickt. Patienten, die bei einer privaten Krankenversicherung versichert sind, erhalten den Heil- und Kostenplan nach Hause geschickt und reichen diesen dann sehr unproblematisch direkt bei ihrer Versicherung ein. Sobald dann eine Genehmigung vorliegt, kann die kieferorthopädische Behandlung beginnen.

Mein Kind hat eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte.
Wie der Kieferorthopäde helfen kann.
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Funktion und Funktions-kieferorthopädie –
warum und wie man einen falschen Biss behandelt.
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Der richtige Biss –
wie Zähne und Kiefer zueinander stehen sollen.
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Kleine Unarten, die einem das Leben schwermachen –
was ein Habit ist und was er bewirken kann.
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Entwicklung, Durchbruch und Wechsel der Zähne.

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DER VERLAUF DER BEHANDLUNG

Bei vielen Kindern und Jugendlichen findet eine Behandlung in drei Phasen statt. Zuerst werden in der Regel mit einer herausnehmbaren Zahnspange die Zahnbögen über einen Zeitraum von 6–8 Monaten ausgeformt. Anschließend erfolgt ebenfalls mit einer herausnehmbaren Zahnspange die Einstellung der Bisslage. Die Zeit, die hierfür benötigt wird, ist recht unterschiedlich. Natürlich spielt in dieser Phase der Behandlung die Mitarbeit und Motivation eine große Rolle. Zum Ende der aktiven kieferorthopädischen Behandlung werden die Zähne mit einer festsitzenden Zahnspange – als Multiband-Multibracket-Apparatur bezeichnet – eingestellt, damit zum Schluss alles gut passt. Die Einstellung der Zähne wird heutzutage auch immer mehr mit durchsichtigen Kunststoffschienen, den Alignern, durchgeführt. Detailfragen sind stets zwischen Patient, Eltern und dem Kieferorthopäden zu besprechen.

Hierzu gehört auch das weite Spektrum der Kosten einer kieferorthopädischen Behandlung. Bei den meisten Patienten werden die Kosten für die Korrektur einer Zahn- und Kieferfehlstellung von den Krankenkassen bzw. von den Krankenversicherungen getragen. Zusatzleistungen wie die kieferorthopädische Prophylaxe, Schutzversiegelungen an den Brackets, Materialien für ästhetische Behandlungen und Untersuchungen der Kiefergelenke sind individuell zu klären. Hier hat jeder Patient seine eigenen Vorstellungen und Wünsche. Da der Abschluss einer Zusatzversicherung gerade in Bezug auf die Kostenübernahme von Zusatzleistungen häufig sehr sinnvoll ist, sollte hierzu eine Entscheidung vor dem ersten Beratungstermin beim Fachzahnarzt für Kieferorthopädie getroffen werden.

MUNDHYGIENE BEI KLEINKINDERN, KINDERN UND JUGENDLICHEN

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Jeder durchbrechende Zahn muss von Anfang an sorgfältig gereinigt werden, denn Bakterien unterscheiden nicht zwischen Milchzähnen und bleibenden Zähnen. Das Putzen durchbrechender Zähne ist mitunter nicht einfach, da sich häufig das Zahnfleisch aufwirft. Eltern sollten gerade dann jedoch sehr sorgfältig putzen und brauchen sich im Gegenzug keine Sorgen zu machen, dass das Putzen der ersten Zähne weh tut.

 

Es ist darauf zu achten, dass eine altersgerechte Zahnbürste verwendet wird, die beispielsweise einen kleinen Bürstenkopf haben sollte. Die Zahnpasta sollte den Kindern geschmacklich gefallen. Die Mindestzahnputzzeit von drei Minuten sollte eingehalten werden, damit alle Zähne gereinigt werden. Außerdem benötigen die Fluoride aus der Zahnpasta diese Zeit, um auf der Zahnoberfläche schützend zu wirken. Viele Menschen putzen nicht lange genug. Hier könnte ggf. eine Zahnputzuhr helfen.

 

Zahnseide ist für die Reinigung der Zahnzwischenräume unabdingbar, da die Räume zwischen den Zähnen sind für die Zahnbürste nicht erreichbar sind. Im Idealfall sollte Zahnseide einmal täglich verwendet werden.

Kinder haben im Allgemeinen Spaß daran, wenn ihre Zähne mit einer elektrischen Zahnbürste gereinigt werden. Diesen Umstand kann man sich zu Nutze machen und damit beginnen, die Zähne so früh wie möglich mit einer elektrischen Kinderzahnbürste zu reinigen. Elektrische Kinderzahnbürsten haben neben der richtigen Bürstenkopfgröße und einem geeigneten Griff häufig einen Timer und spielen nach jeder Minute Zähne putzen eine unterschiedliche Melodie. Sobald die Kinder den Mund ausspülen können, wird angeraten, die tägliche Mundhygiene durch die Anwendung einer Fluoridspüllösung zu unterstützen, um den Zahnschmelz zu härten.

 

Je früher Kinder damit beginnen, ihre Zähne selbst zu putzen, desto besser.
Die Vorbildfunktion der Eltern ist wie bei vielen Dingen im Leben ganz
besonders wichtig. Eltern sollten ihren Kindern nach Möglichkeit gegenüber sitzen und gemeinsam mit ihnen putzen. Kinder werden von sich aus niemals mehr Zeit ins Zähne putzen investieren, als es ihre Eltern ihnen selbst vormachen.

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Kindern im Vorschul- bzw. Grundschulalter wird empfohlen, ihre Zähne
nach der KAI-Methode zu putzen. Jeweils eine Minuten werden zuerst bei
geöffnetem Mund die Kauflächen, dann bei geschlossenen Zahnreihen die
Außenflächen und zum Schluss wieder bei geöffnetem Mund die Innenflächen aller Zähne sorgfältig geputzt.

 

Manche Kinder sind im Alter von 8 Jahren soweit, ihre Mundhygiene
eigenverantwortlich durchzuführen. Andere mit 9 Jahren und noch andere erst mit 10 Jahren. Das hat mit dem individuellen Entwicklungsstand der Motorik zu tun, denn für das gründliche Zähneputzen sind durchaus anspruchsvolle Bewegungen erforderlich.

 

Eltern sind stets gut beraten, den Erfolg bzw. die Qualität der Mundhygiene ihrer Kinder zu kontrollieren. Nicht vergessen werden darf auch in diesem Zusammenhang die Vorbildfunktion von Mama und Papa.

Empfehlenswerter Weise sollten Kinder mindestens zweimal im Jahr zur
Prophylaxe gehen. Etwas häufiger, wenn sie eine feste Zahnspange haben.
Von den Krankenkassen werden Programme zur Individualprophylaxe
(IP-Programme) angeboten. Verschiedene Prophylaxemaßnahmen wie
Aufklärung, Motivation und Fluoridierung finden dann in einem durch die
Krankenkassen vorgegebenen zeitlichen Rahmen statt. Das professionelle
Reinigen der Zähne ist keine Kassenleistung.

 

Die allgemeine Prophylaxe oder besser gesagt, die zahnärztliche Prophylaxe, wird beim Zahnarzt durchgeführt. Dabei werden alle Zahnflächen gereinigt und poliert. Im Rahmen der kieferorthopädischen Prophylaxe werden bei einem Kontrolltermin die Zahnflächen gereinigt und poliert, auf denen eine feste Zahnspange klebt. Hier muss ganz gewiss besonders aufgepasst werden, um Zahnschäden zu vermeiden. Im Übrigen gilt: Lieber einmal zu viel zur Prophylaxe als einmal zu wenig.

FÖRDERUNG VON SPRECHEN, ZAHN- UND KIEFERSTELLUNG

Unser Praxisverbund umfasst eine eigene logopädische Abteilung. Unsere Logopädie ist individuell auf jeden Patienten abgestimmt. Sie widmet sich der Wiederherstellung und Verbesserung der Sprech- und Sprachfähigkeit. Im Vordergrund steht dabei – vor allem bei Kindern – eine Sinnesschulung. Das bedeutet: Förderung von Konzentration, Aufmerksamkeit und Ausdauer für einen dauerhaften Behandlungserfolg.

 

Zudem behandeln unsere Logopäden myofunktionale Störungen beim Kind. Ziel ist es, muskuläre Bewegungs- und Muskelspannungsstörungen zu beseitigen sowie ein normales Muskelgleichgewicht im Mund- und Gesichtsbereich herzustellen.

 

Zeichen für einen möglichen Behandlungsbedarf sind:

 

  • Ständige Mundatmung bzw. fehlender Mundschluss
  • Zunge erscheint vergrößert
  • Sigmatismus interdentalis (Lispeln)
  • Zahnfehlstellung, vor allem im Frontzahnbereich wie z. B. lutschoffener Biss
  • kindliches Schluckmuster (falsches Schluckmuster, bei welchem die Zunge gegen die Zähne während des Schluckvorgangs drückt)
  • erhöhter Speichelfluss
  • falsche Zungenruhelage – Zunge liegt dauerhaft im Mundboden oder drückt gegen die Zähne

DIE NEUROFUNKTIONSTHERAPIE

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Mit der Neurofunktionstherapie können menschliche Fähigkeiten

  • entwickelt werden
  • verbessert werden
  • wiedergewonnen werden
  • erhalten bleiben

 

Atmung-saugen-beißen/kauen-schlucken sollten harmonisch und im Einklang miteinander arbeiten, damit das System „Mund und Gesicht“ physiologisch funktionieren kann und somit Zahnfehlstellungen vorgebeugt werden.